Trichocereus purpureopilosis
First description was:
Wilhelm Weingart 1930
"Monatsschrift der Deutschen Kakteen-Gesellschaft " 2 (5): 96-98.
Trichocereus purpureopilosis Weingart n. sp.
Latin Diagnosis:
Trichocereus, simplex, serius props basim ramosus, columnaris obscure-viridis; costis 12 humilibus subcrenatis; aculeis brevibus, radialibus 20, centralibus 4. Flores nocturni magnifici, segalis coccineis, petalis albis; ovario et tubo squamis euchloris, carnosis pilisque purpureis dense tectis.
Description:
Als Echinopsis 1922 von Herrn Schick in Freiburg aus der Sierra de Cordoba, Argentinien, eingeführt und von mir als Trichocereus, weil dem Cereus Schickendantzü Weber sehr ähnlich und weil die Blüte nur eine Nacht dauert, benannt. Trieb und Blüte sandte mir Herr Carl Rettig in Aschersleben am 6. August 1929 zu, ihm sage ich meinen besten Dank!
Die Pflanze ist 32 cm hoch und 6 — 6,5 cm stark, die Blüte stand in der Nahe des Gipfels, am Grunde erscheinen die Sprossen, von denen mir Herr Rettig ein Stuck von 7 cm Lange und 42 mm Starke mitsandte, das auch schon neben der Zentralachse eine Wurzel in die Erde getrieben hatte. Nach diesem Stuck nahra ich die nachfolgende Beschreibung auf:
Körper zylindrisch, Gipfel halbkugelförmig. Haut dunkellaubgrün, etwas glänzend. 12 niedrige, sehr stumpfe Rippen mit flachen Furchen. Areolen ziemlich gross, kreisförmig, 3,5 mm im Durchmesser, nur 5 — 6 mm entfernt stehend, der Gipfel wird von den hell hornfarbigen Stacheln überragt und von dem flockigen Filz der Areolen geschlossen. Die Areolen haben schmutzig-weissen flockigen Filz in Halbkugelform, weiter unten vom Gipfel ist der Filz nur kurz und nicht mehr flockig, die Rippenkanten sind sehr schwach gekerbt, die Areolen stehen etwas erhöht.
Die hell hornfarbigen Stacheln sind zahlreich und von fast gleicher Länge, nadelförmig, steif und stechend; da die Rippenkanten nur 10 mm von Mitte zu Mitte entfernt sind, so bedecken die Stacheln den Körper sehr.
Zentralstacheln meist 4 im aufrechten Kreuz, der obere 3, die 2 seitlichen 5, der unterste 7 mm lang, nach vorne spreizend; auch 5 Zentralstacheln im Fünfeck mit nach unten stehender Spitze, dann sind die 2 oberen nebeneinander stehenden die kürzesten, alle hell hornfarbig, am Grunde karminrot und knotig verdickt.
Randstacheln sehr zahlreich, bis zu 20 Stuck, etwas dunner als die Zentral* Stacheln und nur hell hornfarbig, sie stehen gleichmassig im Kreise verteilt und spreizen mehr nach den Seiten, die seitlichen und unteren sind bis 7 mm lang, die oberen sind etwas kurzer.
Beschreibung der Blüte: Ganze Lange der geschlossenen Blüre 21,5 cm. Da» von kommen auf den Fruchtknoten 2 cm, auf die Röhre 12,5 cm und auf die Blumenkrone 7 cm. Die geoffnete Blüte würde etwa 14 cm im Durchmesser gehabt haben.
Fruchtknoten 22 mm im Durchmesser, kugelförmig, von spitzigen, sehr fleischigen, saftgrünen, etwas ins Olivegehenden, lebhaft gefärbten und dicht stehenden Schuppen ganz bedeckt. Unter den Schuppen stehen zahlreiche, 8 mm lange, geschlängelte Wollhaare, die am Grunde dunkelpurpur und nach oben hin schön rotgrau, fast karminrot gefärbt sind, sie umhüllen den Fruchtknoten wie einen Schleier und lassen oft die schöngrünen Schuppen kaum durchblicken.
Die Röhre ist am Fruchtknoten 16 mm stark und erweitert sich bei 12,5 cm Länge gleichmässig auf 34 mm Durchmesser. Sie ist eng gerippt und mit denselben, etwas grösseren, grünen, fleischigen Schuppen in 10 bis 15 mm Entfernung, also ziemlich eng, sehr regelmässig besetzt. Der Grund der Röhre ist rotgrün, vor dem Aufblühen dunkel-karminrot, die Haarbuschel unter den Schuppen von derselben Farbe wie am Fruchtknoten, aber bis 18 mm lang und ziemlich stark. Die Spitzen der Schuppen an Fruchtknoten und Röhre krümmen sich einwarts und liegen ziemlich an.
Am Grunde der Blumenkrone steht eine weitläufige Reihe fleischiger Schuppen von 15 bis 30 mm Länge und bis 3 mm breit, lang zugespitzt, sie gehen in die Sepalen über, sie sind karminrot und an der Spitze grun gefarbt.
Die Sepalen stehen in zwei Reihen, sie sind 6 mm breit und bis 45 mm lang, oblong-lanzettlich, lang im Bogen zugespitzt, ziemlich fleischig, kräftig karminrot mit einem rosafarbigen Fleck innen am Grunde in der Mitte des Blattes.
Die Übergangs-Sepalen stehen in einer Reihe, sind schön rosa, nach unten heller, häutig, lanzettlich, zugespitzt, 50 mm lang und 10 mm breit.
Die eigentlichen Petal en stehen in zwei Reihen, sie sind weiss mit Rosa-Schein, 45mm lang und 15 mm breit, häutig-lanzettlich, nach dem Ende zu gerundet, mit ganz kleiner Stachelspitze.
Die Fruchtknotenhöhle ist beutelförmig, oben gerade abgeschnitten, 5 mm weit, 9 mm hoch, nach unten an der stärksten Stelle 7 mm weit und unten mit kleinem Spitzchen. Die kleinen weissen Samenanlagen sitzen zu 6 Stück an einem Stiele an der Wand und lassen die Mitte frei.
Innen ist die Röhre lebhaft gelbgrün, bis zur Blumenkrone gerippt, eine Honigkammer ist nicht zu unterscheiden; die Staubfäden kommen vom Grunde der Röhre, bis zu 3/4 Röhrenlänge der Wand angewachsen, sie sind unten hellgelbgrün, nach oben weiss werdend und bilden ein Bündel.
Am Grunde der Blumenkrone ist ein einfacher Kranz kürzerer Staubgefässe angewachsen, auch diese Staubfäden sind unten gelbgrün, oben weiss. Alle Staubgefässe gehen bis zur Hälfte der Länge der Petalen, alle Staubbeutel sind gelb.
Der Griffel ist stark, unten grünlich-weiss, dann weiss, unter den Narben sich verdickend und mit den Narben etwas kürzer als die Staubgefässe; er trägt 19 Stück 15 mm lange, gelbe, pelzige Narbenstrahlen.
Die Blüte ist sehr schon und der Beachtung wert.
Der Cereus gehört zu den Arten, die den Echinopsen sehr nahestehen.
Merkwürdigerweise habe ich ihn schon in meiner Sammlung in Nauendorf gehabt. Ich erhielt im Juli 1893 von dem Maskenfabrikanten August Beck in Gräfenhain bei Nauendorf> [Ed.: missing opening parenthesis] einen Senker einer Echinopsis, die immer zu einer hohen Säule auswuchs und die sich auch bei mir im viel sonnigeren Stande im Gewächshause so entwickelte. Sie stand dort neben Cereus Spachianus Lem. und Cereus Schickendantzii Web., so dass ich die Unterschiede gut beurteilen konnte. Beck, dereine ganze Anzahl der gewöhnlichen Echinopsen pflegte und deren Blüten gut kannte, versicherte mir, dass seine Pflanze einmal und zwar mit sehr kräftig rotgefärbter Blüte geblüht habe. Meine Pflanze war etwa 40 cm hoch und 5 cm stark, als sie im August 1907 mit meiner Sammlung unter der Bezeichnung: »Säulenförmige Echinopsis, dunkelrot blühend«, an Haage & Schmidt nach Erfurt kam, wo sie verschollen ist; sie hat nicht geblüht und stammt wohl aus der vorzüglichen Sammlung, die der Pfarrer Winzer um 1860/70 in Ohrdruf gehabt hat und von der noch manche Seltenheit zu finden war.
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