Weberbauerocereus cuzcoensis Knize
from
Friedrich Ritter 1981
"Kakteen in Südamerica"
pages 1357–1358
Weberbauerocereus cuzcoensis Knize
In Karel Knize (1968) Biota (Lima, Peru) 7 (57): 256
syn. Trichocereus crassiarboreus Ritter nom. nud., Kataloge WINTER 1958
syn. Weberbauerocereus crassiarboreus Ritter nom. nud. Kat. WINTER 1959
Vielästige ausladende Bäume mit Stamm, 3–4 m hoch; Triebe 4–7 cm dick, gering graugrün. Ri. 10–14, 6–11 mm hoch, sehr stumpf, Kerben über den Ar. um 1/3 bis 1/2 eingesenkt, über den Ar. Flügelfurchen in die scharfen geschlängelten engen Trennfurchen hinabgehend; von der Höckerspitze gehen oft erhabene Linien in die Trennfurchen hinab; derart entsteht ein Felderungsmuster der Ri., das demjenigen der Ursprungsgattung RAUHOCEREUS ähnelt; die Ri. der hohen blühbaren Triebe sind stärker gestaucht (siehe Foto). Ar. weißfilzig, oval bis rund, 5–8 mm lang, 3–7 mm breit, auf der oberen Flanke der Höcker, 7–14 mm freie Entfernung. St. gelb bis graubraungelb, vergrauend; Rst. 10–14, 3–10 mm lang, nach unten dicht und nadelförmig, nach oben spärlich und pfriemlich, die längsten unten; Mst. nicht scharf gesondert, einscließlich der halbrandlichen 3-8, die stärksten über der Mitte und nahe dem oberen Rand, 7–40 mm lang, je nach Exemplar, pfriemlich, gerade oder wenig gebogen; an den Blühtrieben sind die St. dünner, abstehender und an Zahl weniger. Bl. nahe dem Scheitel der höheren Triebe (1 Bl.), 118 mm lang, etwas unangenehm duftend, nachts öffnend, morgens mit dem Hellwerden schließend. Frkn. 17 mm dick, 25 mm lang, wovon 10 mm auf den Pfropfen gegen die N.– K. kommen, Frkn. bedeckt mit vielen grünen, braun gespitzten, sehr schmalen, fast pfriemlichen, fast dachziegelig sich deckenden, 3 mm (unten) bis ca 10 mm (oben) langen, anliegenden Schuppen und reichlicher, feiner, weißer oder bräunlicher Wolle. N.–K. mit Nektar, hellbraun, gerieft, 10 mm lang, unten 6 mm weit, oben verengt auf 4 mm durch Wandvorsprung, auß;en nicht abgesetzt. Rö. darüber 26 mm lang, Öffnung 17 mm weit, gering schief, Oberseite nicht länger als Unterseite, Unterseite geradelinige Fortsetzung der N.–K., Oberseite trichterig sich erweiternd, Rö. innen blaßgrün, außen hellgrün, mit vielen schmal dreieckigen, 10-15 mm langen fleischigen grünen Schuppen mit braunen, 2–3 mm langen Grannen, mit bräunlichen Wollhaaren. Stbf. sehr blaßgrün, Enden blaß kronblattfarben, untere sehr dicht über der N.–K. inserierend, 5 cm lang, obere auf dem Saum, 25 mm lang, dazwischen weite Lücke; Beutel cremebräunlich, linealisch, 2–3 mm lang, die Öffnung überragend. Gr. dick, sehr blaßgrün, 82 mm lang, wovon 11 mm auf die weit herausragenden 18 hellgrünen, gespreizten Narbenäste kommen. Krbl. fast linealisch, länger zugespitzt, die wenigen inneren 24–27 mm lang, 4–5 mm breit, unten gering schmaler, blaß rosa, nach unten weiß, wenig ausgebreitet; die äußersten grün, fast von unten an zugespitzt, 20–25 mm lang, 3–4 mm breit, stärker nach außen gebogen; viele braunbegrannte Übergänge in die Schuppen. Fr. grün, ca 4 cm lang und 3 cm dick, Fruchtnapf fast 1 cm Dm., wenig vertieft; Fruchtfleisch weiB, saftig; Fr. platzt um den Fruchtnapf auf, Blütenrest fest aufsitzend. Sa. ca 1,6 mm lang, 0,5 mm dick, 0,9 mm breit, ventral gekerbt, Testa schwarz, glänzend, dorsal mit feinen, sehr flachen Höckerchen, ventralwärts fast glatt, dorsal etwas gekielt; Hilum etwas schräg, oval, weiß, vertieft, Anteile der Mikropyle und der Abrißnarbe etwa gleich groß. Typusort Tal des RIO PAMPAS bei ca 2000 m Höhe, Grenze der Departamente Ayacucho und Apurimac. Siehe auch Bemerkung zu dieser Art unter den Erläuterungen zur Gattung WEBERBAUEROCEREUS, S. 1346.
Wurde von mir 1957 entdeckt. Nachdem ich 1964 die Blüte fand, stellte ich ihn zu WEBERBAUEROCEREUS. Später wurde die Art von K. KNIZE unter obigem Namen publiziert, womit ich meinen eigenen Artnamen CRASSIARBOREUS aufgegeben habe. Die Diagnose von KNIZE ist aber derartig dürftig, daß eine Bestimmung unmöglich wäre, wenn er nicht die Fundgegend angegeben hätte, und diese ist mit 800 m viel zu niedrig angegeben; nach den Merkmalsangaben durch KNIZE bei fehlenden Fotos wäre eine sichere Bestimmung für jeden, der nicht den Fundort zu einer besseren Kenntnisgewinnung aufsuchen kann, unmöglich, so daß dieser Name als ein nomen dubium delendum als ungültig gestrichen werden müßte, zumal niemand nach der gemachten Höhenangabe diese Art finden könnte. Lediglich aufgrund meiner erweiterten Beschreibung kann ich den KNIZE'schen Artnamen beibehalten, auch wenn ich keine emendierte Diagnose mache, aber berechtigt gewesen wäre, unter Beibehaltung meines Artnamens und unter eigener Autorangabe eine eigene lateinische Diagnose zu machen. Nr. FR 662. Abb. 1225 und 1233.
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